Guderian,
Lothar
Lothar Guderian
www.lothar-guderian.com
Lebt und arbeitet in der Bretagne und
in Düsseldorf
1939 geboren in Köthen, Sachsen-Anhalt
1958 – 1962 Sportstudium in München
1962 – 1974 Ausbildung zum Flugzeugführer, Tätigkeit als Pilot
1975 Eröffnung eines Kunsthandels in Düsseldorf (bis heute)
1984
Freier Mitarbeiter und Moderator bei RTL
1985 Freier Mitarbeiter und Moderator beim WDR
2000 erste eigene Arbeiten mit Papier und Karton
ZU DEN ARBEITEN VON LOTHAR GUDERIAN
Bei einem Besuch in meinem Rahmengeschäft fielen mir mehrere Arbeiten auf, die durch ihre Konsequenz und Qualität sofort ins Auge fielen und sich von den anderen gerahmten Arbeiten stark unterschieden. Geschnittener Karton, mal waagerecht und senkrecht, mal diagonal, verflochten in einer bewusst angelegten Ordnung.
Es handelt sich wesentlich um eine thematische Objektivierung der Struktur. Dieses mutet zwar in den Reliefs, von Lothar Guderian, in ihrer Erscheinungsform evident geometrisch an, gleichwohl aber ist sie keineswegs in diesem reinen formalen Sinne nur zu verstehen.
Zeit und Raum sind fast Synonyma. Das Aufeinenderfolgen einer Verflechtung ist ein Teil isolierter Realität. Durch Wiederholung enthalten sie außer Rhythmus und Zeit zugleich, durch das Prinzip der Wiederholung, die Suggestion der Abwesenheit von Zeit, der Zeitlosigkeit.
Durch diese Monotonie entsteht die größtmögliche Spannung. Dieses bedeutet auch, dass seine Reliefs in Form und Reihung identischer Elemente und ihrer strengen, horizontal, diagonal oder vertikal angelegter Ordnung auf Geometrie zwar verweisen, sind aber nicht das Thema von Lothar Guderian.
Es ist nur zu bemerken, dass es sich hier bei dieser Organisation einfachster Formen um eine von der Wirklichkeit abgeleitete Realität handelt.
Die Folge, der fast identischen Grundelementen ist unbegrenzt, wird aber durch den Rahmen definitiv festgelegt und damit das offene System betont in ein geschlossenes verwandelt.
In den letzten Jahren ging das experimentieren weiter und immer schwierigere Materialien versuchte er zu bändigen. Bis zur Wellpappe, die gerne knickt und reißt, verflechtete Lothar Guderian Kartonagen, Verpackungen, die eigentlich schon Müll waren.
Dieses ist, u. A., seine neue Art sich künstlerisch auszudrücken, was ihm in einer hohen künstlerischen und handwerklichen Qualität gelingt.
Seine teils monochromen Bilder sind seine eigenständige Ausdrucksform und haben die Qualität der Reliefs von Jan Schoonhofen oder den Prägedrucken von Günther Uecker.
In einer Zeit der Wegwerf- und Austauschgesellschaft ist der Weg von Lothar Guderian äußerst wichtig, auch wenn sein Material nicht immer edel ist, aber gerade dieses macht seine Arbeit sehr reizvoll und spannend.
Hubertus Neuerburg
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